Schwitzen für den guten Zweck

Beim Spinning-Marathon ging es ums Durchhaltevermögen - und um Spenden für unfallgeschädigte Kinder.

Körperertüchtigung unter professioneller Anleitung für eine wohltätige Sache, das stand am Samstag im Heißener "Sport-Treff" zum zweiten Mal auf dem Programm. In Zusammenarbeit mit der Polizeistiftung David + Goliath lud man zum Spinning-Marathon ein - und etwa 50 Menschen, die Spaß an der Bewegung haben, machten mit. Die Stimmung ist freundschaftlich, das "Du" obligatorisch, die jüngste Teilnehmerin ist Anfang 20, der Älteste über 70. Da tritt der Radsportler neben der Hausfrau in die Pedale und auch einige Polizisten sind dabei. Auf diesem Wege kam auch der Kontakt mit dem Sportcenter zustande, berichtet Helmut Nattler, einer der sportlichen Leiter. Einige Beamte sind dort Kunden.

Ein Erfolgsgeheimnis des Spinnings ist es, dass auch Sportler völlig unterschiedlicher Leistungsstärken nebeneinander aktiv sein können. Dabei fährt man quasi Rad ohne von der Stelle zu kommen. So könnte man es kurz beschreiben - freilich ohne der Sache gerecht zu werden. Gleich fünf Trainer saßen den Sportlern auf einem Podest gegenüber, hatten zuvor die Musik ausgewählt und trieben Ihre Schützlinge per Mikrophon über einen Zeitraum von vier Stunden im Wechsel zu Höchstleistungen. Sie waren es auch, die die Trittart vorgaben, von denen es beinahe unzählige gibt. Für jemanden, der sich bisher nicht mit der Thematik befasst hat, klingt es zunächst unglaublich, eine so lange Zeit ununterbrochen in Aktion auf dem Sportgerät zu verbringen - und doch verstanden es die Trainer, ihre Schützlinge immer wieder anzuspornen.

Zwischendurch reichte Carmen Castillo Roca Getränke, Banane, Apfel und Energieriegel. Auch sie könnte den Aktiven als Ansporn dienen: Aussehend wie Anfang 30 ist sie, die im Center neben Nattler zu den Hauptverantwortlichen gehört, Ende vierzig und schon seit acht Jahren stolze Großmutter. Musik und die Gruppendynamik taten bei den Radlern ihr Übriges. Mit "Wer zuerst absteigt, ist ein Weichei!" gab Nattler die Parole für diesen Tag aus.

Die Trainer arbeiteten für den guten Zweck kostenlos und das Sportcenter steuerte die Verpflegung bei. Mitgeholfen haben auch der Stadtsportbund und der TV Dümpten, die eigene Spinning-Räder für die Aktion zur Verfügung stellten, um so jedem Teilnehmer die Benutzung eines eigenen Rades zu ermöglichen.

Der Reinerlös der Aktion fließt dem Projekt "Mit uns werden Kinder bärenstark" der Polizeistiftung zu. Kinder, die Opfer von Verkehrsunfällen wurden, sollen mit dessen Hilfe wieder an den Straßenverkehr herangeführt werden.

Schirmherrin ist Sandy von den "No Angels", die einige Zeit in Mülheim gewohnt hat und als Kind selbst Opfer eines Verkehrsunfalls wurde. Sie gewonnen zu haben ist ein Erfolg, auf den Polizeipressesprecher Thomas Weise in seiner Funktion als Kuratoriumsmitglied der Stiftung sichtlich stolz ist.

Alle Beteiligten sorgten dafür, dass die Aktion ein voller Erfolg wurde und schon jetzt steht fest: Im nächsten Jahr wird wieder geschwitzt - für den guten Zweck. (NRZ vom 31. Januar 2005)